Vergessen und das Projekt Aufklärung,

2014

in: Gerald Schwedler, Sebastian Scholz, Kai Sprenger (Hg.), “Damnatio in Memoria. Deformation und Gegenkonstruktionen in der Geschichte”, (Böhlau) Wien Köln Weimar

 

Zum Inhalt:

Vernichtung und Manipulation von Erinnerung ziehen sich historisch belegbar wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte und lassen sich in allen Zeitepochen nachweisen.

Der wissenschaftliche Band „Damnatio in memoria: Deformation und Gegenkonstruktionen in der Geschichte“ will den Umgang mit diesem Phänomen systematisch und aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen erörtern. Im Zentrum steht der mittelalterliche Umgang mit der Erinnerung als einem grundlegenden Faktor für das Entstehen von Geschichte. Unser heutiges Geschichtsbild und unsere Deutung der Quellen werden in entscheidendem Masse davon beeinflusst, ob es uns gelingt, Techniken der Deformation und der Gegenkonstruktion in der Überlieferung aufzudecken.

Ziel ist es, neue Zugänge zum Thema zu finden und zu überprüfen. Dazu werden die unterschiedlichen Begrifflichkeiten der einzelnen Disziplinen geklärt, verschiedene Zugangsweisen verknüpft, bekannte Methoden weiterentwickelt und an geeignetem Material erprobt. Die sich daraus ergebenden Konzepte verstehen sich als Beitrag zur Theoriedebatte der Erinnerungsforschung als „Leitwissenschaft der Kulturwissenschaften“.