Schreibweise des Seins? Zur Verwendung der Auslassungspunkte auf der Suche nach einer Sprache des Erlebens

2012

in: Mareike Giertler und Rea Köppel: “Lettern und Lücken. Von der Ordnung der Schrift im Bleisatz”, München (Fink); S. 129-161.

 

Klappentext: Von Lettern und Lücken betrachtet die Ordnung der Schrift im Bleisatz aus philosophischer und literaturwissenschaftlicher Sicht. Die ästhetische Präsenz von Schrift ist nie rein dekorativ, sondern bietet einen privilegierten Zugang zu ihrer inneren Organisation. Unser Blick wird früh darin geschult, die Spatien beim Lesen auszublenden und als neutralen Hintergrund ohne Bedeutung für den Sinn des Textes zu sehen. Zwischenräume beim Druck sind aber keineswegs leer, Letter und Lücke sind keine Gegensätze, sondern ineinander verzahnte, sich komplementär ergänzende Körper. Gedruckte Seiten präsentieren Schrift und Text als ein geometrisches Raster. Drucktexte von Rilke, Jean Paul, Schnitzler, Musil u. a. werden – von ihren Leerstellen und Lücken ausgehend – in Wort und Bild vorgestellt, neu gelesen und untersucht.