Punkt, Punkt, Komma, Strich – Geste, Gestalt und Bedeutung philosophischer Zeichensetzung.

2009

zusammen mit Tim Kammasch, in: Edition Moderne Postmoderne, Bielefeld (transcript)

 

Darin: Auslassungspunkte. Spuren subversiven Denkens, S. 101-116.

 

Klappentext: Die Literatur zum Gedankenstrich bei Kleist füllt Regale. Weshalb zieht das Komma bei Habermas, das Fragezeichen bei Russell oder das Ausrufungszeichen bei Foucault nicht dieselbe Aufmerksamkeit auf sich? Warum dieses philosophische Desinteresse? Die versammelten Artikel fragen je nach der Bedeutung eines bestimmten Satzzeichens. Sie wagen einen spielerischen Streifzug durch die philologische Landschaft. Sie berichten von versteckten Bezügen, von geheimen Botschaften und von Anekdoten, die  sich erst dem Blick fürs Detail eröffnen.

Im Unterschied zur geringen Aufmerksamkeit, die Satzzeichen in philosophischer Auslegung erfahren, gehört es zur Selbstverständlichkeit literaturwissenschaftlicher Interpretation, davon auszugehen, dass jedes Zeichen die Sinnkonstruktion eines Textes mitträgt. Satzzeichen steuern und rhythmisieren den Textfluss, den Gedankengang und die Lektüre. An ihnen wird dergestalt die Ordnung eines Textes, aber auch seine Gestik ablesbar. Entlang einzelner Beispiele zeigen die Artikel, wie Satzzeichen an der Entfaltung des rhetorischen Repertoires philosophischer Textpraxis konstitutiv beteiligt sind und machen so ein philologisch aufmerksames Close Reading für philosophische Lektüren fruchtbar.