Ethik des Vergessens,

2014

Seminar zusammen mit Dr. Norbert Anwander, Universität Zürich, FS 2014

 

Bis vor wenigen Jahren war die Diskussion zum richtigen Umgang mit Vergangenheit von einer “Ethik der Erinnerung” geprägt. Im Seminar diskutieren wir, weshalb das Erinnern so wichtig sein soll und ob nicht auch das Vergessen seine Vorzüge haben könnte. Zuerst werden wir uns einen Begriff davon erarbeiten, was „Vergessen“ heissen kann, wie dieses Phänomen philosophisch zu fassen ist. Zu den interessanten ethischen Fragen ums Vergessen, die wir daran anschliessend in Auseinandersetzung mit aktuellen Texten  – u.a. von Umberto Eco, Vladimir Jankélévitch, Sibylle Krämer, Avishai Margalit, Tzvetan Todorov und Viktor Mayer-Schönberger – behandeln, gehören etwa: Lebt besser, wer die Kunst des Vergessens beherrscht? Wie verhält sich das Vergessen zum Verzeihen, und gibt es mitunter gar eine Pflicht zu vergessen? Wie verhält es sich mit einem “Recht auf Vergessenwerden”, welches verhindern soll, dass uns die Spuren, die wir im Internet hinterlassen, in alle Ewigkeit verfolgen?