Der wortlose Suizid. Die literarische Gestaltung der Sprachverlassenheit als Herausforderung für die Ethik.

2007

München (Fink)

 

 

Klappentext:

Zwischen Leben und Tod ist eine gewaltige Dynamik am Werk. Die Liebenden, die Fremden, die Künstler, die Grenzgängerinnen und Gestrandeten sind in Unruhe, die Zeit ist ihnen bewusst, die Sprache fehlt. Sie wehren sich gegen jede räumliche Veränderung und sträuben sich gegen die Endlichkeit der Liebe. Sie wollen fort, ohne zu wissen, wohin. Die existentiell erfahrene Begrenztheit der Sprache lässt die einen ganz verstummen und die anderen unablässig nach Sprache suchen. Zu sich kommend betreten sie die Zone der versagenden Sprache.
Der wortlose Suizid wird seit der frühen Moderne zum zentralen literarischen Motiv. Der Vorstoß in die Sprachlosigkeit ist ein Paradox: Die Abwesenheit von Sprache muss durch Sprache selbst zum Ausdruck kommen. Das literarische Ringen um diesen Widerspruch, welcher das Unternehmen rein logisch zu desavouieren scheint, entdeckt ein neues Terrain. Die Grenze zwischen Leben und Tod weitet sich und eröffnet den Sprachverlassenen und Unverstandenen einen unverhofften Ort des Bleiben-Könnens. Der erste Teil des Buches folgt der Spur der Literatur in die Stille und entwickelt in der Analyse der Texte jene herausfordernde Kategorie der Grenze als Raum, die im zweiten Teil des Buches zum Test für ausgewählte Positionen der philosophischen Ethik wird. Zwischen der Literatur von Kroetz, Kafka, Melville, Kolmar, Horváth,Fontane, Améry, Levi, Kertész, Bernhard, Beckett und Duvanel und der Philosophie von Nussbaum, Rorty, Gadamer und Derrida findet eine unerwartete Begegnung statt.

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